Diese Fehler sollte man bei der App Entwicklung unbedingt vermeiden

Diese Fehler sollte man bei der App Entwicklung unbedingt vermeiden

Geld für eine App auszugeben ist eine Sache, es intelligent einzusetzen eine ganz andere. Besonders für ein Startup oder ein KMU muss jeder Euro des Budgets sorgfältig genutzt werden. Das erfordert Planung und Budgetierung. Selbst wenn man viel Geld eingeplant hat, kann es trotzdem vorkommen, dass plötzlich kein Geld mehr da ist – noch während man voll in der Entwicklung steckt. Programmierung, Design, Backend und Frontend, Marketing, Promotions, Wartung, Backup, Sicherheit, Urheberrecht, Branding, all das muss bezahlt werden. Wenn man diesen Prozess noch nie durchgemacht hat (und selbst wenn doch) fällt es einem schwer, den Überblick über die Ausgaben zu behalten.

Mit ein wenig Sorgfalt und Planung kann man jedoch nicht nur unnötige Ausgaben vermeiden, sondern die App auch so entwickeln, wie man es sich vorgestellt hat. Mit stabilem Backend und schönem Frontend, wodurch die App nicht nur gut aussieht sondern auch gut performt. Dafür notwendig ist eine sorgfältige Planung und das Vermeiden der nun folgenden Planungsfehler.

1. Zu wenig Geld fürs Backend

Oftmals geht ein großer Teil des Budgets der App-Entwicklung in das Design eines schönen User Interface. Das Backend (sieht ja eh niemand!) soll dann relativ kostengünstig hinterher geschoben. Dies geschieht vor allem, weil der Umfang der Backenendentwicklung für die meisten nicht greifbar ist.

Ein Beispiel. Beim Massivhausbau ist es wichtig zu verstehen, dass man gutes Material braucht, um eine stabiles Haus zu bauen. Und nur weil man die Wände hinter der Wandfarbe und Dekoration später nicht mehr sieht bedeutet das nicht, dass man bei seiner Qualität Kompromisse eingehen sollte. Dabei bitte nicht falsch verstehen – die Wandfarbe ist ebenso wichtig – sie nützt jedoch niemandem wenn die Wand dahinter beim ersten (An)sturm einbricht.

Es ist viel Arbeit an der Entwicklung des Backends notwendig, bis dieses in der Lage ist, eine App zu supporten, die mehr als nur einigen Testusern standhält. Die App benötigt Server, die die Last bewältigen und einen schnellen Datenaustausch sicherstellen können, egal wie viele Anfragen gestellt werden. Dazu müssen Server eingerichtet werden, die Geld kosten. Die App muss über Sicherheitssoftware verfügen, damit die Daten der Benutzer sicher gespeichert und übertragen werden können. Ein Fehler kann unter Umständen massive Datenschutzverletzungen nach sich ziehen und riesige Verluste bedeuten. Auf diese Weise haben schon einige Startups bei Die Höhle der Löwen viel Potenzial verschenkt. Manche konnten sich von den resultierenden 1-Sterne Bewertungen nicht mehr erholen!

Die App muss schnell betriebsbereit sein, da jede zusätzliche Sekunde, die ein Nutzer warten muss, zu Deinstallationen und dadurch sinkenden Einnahmen führen kann. Klar – man löscht eine App nicht gleich wenn sie mal nicht schnell lädt, aber braucht sie sehr lange nervt das, und irgendwann hat man genug.

Eine schnelle App braucht gute Entwickler, die Medien cachen, HTTP-Anfragen reduzieren, CSS minimieren, Ladevalidierungen verwenden, Templates wiederverwenden, Bilder komprimieren und in der Größe ändern, eine Anwendungsüberwachung einrichten und noch viel mehr können, was Fachwissen, Zeit und Mühe erfordert.

Wenn man sich an dieser Stelle für einen Freelancer, oder eine der riesigen asiatischen Offshore-Outsourcing Unternehmen entscheidet, spart man während der Entwicklung zwar Geld, zahlt aber in der Regel langfristig drauf. An dieser Stelle sollte man sich verdeutlichen, dass Apps mit dem Mindset der Entwickler entstehen. Die Unterschiede sind deutlich geringer, wenn man beim outsourcen der App Entwicklung in Richtung Osteuropa schaut.

Besonders für Gründer und Unternehmen ohne IT-Background ist es schwierig, die enorme Komplexität zu erkennen, die mit der Programmierung eines hochwertigen App-Backends verbunden ist. Dennoch ist es entscheidend, ein hochqualifiziertes Entwicklungsteam zu engagieren um die richtigen Ressourcen an der Hand zu haben. Am Backend sollte man definitiv nicht sparen.

2. Kein Budget nach dem Launch

Ein weiteres Beispiel. Einen Kuchen zu backen ist einfach. Die Kunden dazu zu bringen, diesem Kuchen den Vorzug gegenüber den Kuchen der Geschäfte gegenüber zu geben ist der schwierige Teil. Man sollte also nicht das gesamte zur Verfügung stehende Geld für Eier, Mehl, Zucker und Butter auszugeben. Es ist wichtig etwas davon zu behalten, um das Ladengeschäft zu einzurichten, und den Kuchen richtig bewerben zu können.

Ausgehend von der gleichen Analogie ist es wichtig, auch nach der Markteinführung noch liquide zu sein. Man sollte also unbedingt im Vorfeld sicherstellen, dass ausreichend finanzielle Mittel bereit stehen um die App zu promoten, d.h. eine Werbekampagne zu planen und auszuführen. “Wenn die App gut ist werden sie kommen” funktioniert in der Regel einfach nicht. Man muss auch in strategisches Marketing investieren. Bannerwerbung alleine reicht da nicht. Man benötigt qualifizierte Marketingexperten, um eine ausgewogene Werbestrategie zu erstellen. Diese Investition kann aber im Gegenzug die Anzahl der User verdoppeln oder sogar verdreifachen. Es sollte daher immer auch Marketingbudget für die Markteinführung verfügbar sein.

3. Unterschiede zwischen Apps und Websites

Wenn man bereits eine Website hat ist man geneigt anzunehmen, dass eine Smartphone App nur ein einfaches Add-on ist, so dass man nur wenig Geld für die Entwicklung benötigt. Natürlich hat man bereits Inhalte, von daher fällt ein Teil der Arbeit tatsächlich weg. Aber die Art und Weise, wie eine Website mit einem Benutzer interagiert und wie eine App das kann, ist völlig unterschiedlich.

Apps benötigen in der Regel ein Backend. Dadurch lassen sich Gerätefunktionen wie Kamera und GPS integrieren, was die User Experience deutlich erhöht. Apps erkennen den Standort und bieten standortspezifische Dienste wie Coupons und Umgebungsinformationen. Außerdem sollten Apps auf dem (begrenzten) Bildschirm alle notwendigen Informationen bereitstellen, ohne dass dem Benutzer etwas entgleitet. Die Gestaltung einer solchen Schnittstelle ist nicht trivial.

Natürlich muss man kein vollkommen neues Layout entwerfen, aber die Stärken einer App liegen eben in einer für Smartphones angepassten User Experience. Eine App, die lediglich die vorhandene Website wrappt macht nur sehr eingeschränkt Sinn. Für all diese grundlegenden Unterschiede benötigen Apps deutlich mehr Budget als eine Website.

4. Geld für nur eine Plattform

Auch wenn man vielleicht denkt, dass die App, egal auf welcher Plattform, im Wesentlichen gleich ist, erfordert die (native) Entwicklung für Android und iOS doch zwei unterschiedliche Ansätze. Alles muss von Grund auf neu erstellt werden, und es gibt kaum Material von der einen Plattform, welches für die andere wiederverwendet werden kann. Genauer gesagt können eigentlich nur die Bilder und Texte direkt wiederverwendet werden, und auch hier sollte man sich an die pattformspezifischen Gegebenheiten anpassen.

Also alles vom Code bis zum Design, es muss alles noch einmal gemacht werden. Wenn die Unternehmensstrategie also einen Launch sowohl im Apple App Store als auch im Google Playstore vorsieht, muss dies bei der Finanzplanung berücksichtigt werden.

Cross-Plattform Apps sind zwar eine wirtschaftlich deutlich günstigere Möglichkeit als native Entwicklung, dennoch sollte auch hierfür von Anfang an Budget vorhanden sein.

5. Laufende Kosten nicht berücksichtigt

Neue Technologien, Frameworks und Smartphones werden in zunehmend kurzer Zeit entwickelt. Daher müssen neue Funktionen hinzugefügt, alte Funktionen verbessert, Datenbanken aktualisiert, Fehler behoben und die Sicherheit der Daten gewährleistet werden. Für den fortlaufenden Erfolg der App sind daher kontinuierliche Updates und die Wartung für die Performance der App entscheidend. Wenn man seine mühsam aggregierten Nutzer behalten möchte, muss man immer wieder neue Inhalte liefern, und das erfordert ein Budget.

Analysetools gewährleisten eine genaue Überwachung der geschäftlichen Abläufe. Wo werden Nutzer hinzugewonnen, wo springen sie wieder ab? An welcher Stelle wird Umsatz generiert, und an welcher Stelle wird dies verhindert? Diese und andere Fragen können mit Analysetools beantwortet werden, und dadurch der App-Lebenszyklus zu verlängert und stabiler Umsatz gewährleistet. Wartung, Neuerung und Analyse sind daher ein laufender Kostenfaktor, der bei der Planung berücksichtigt werden sollte.

Fazit

Das sind einige der am häufigsten auftretenden Fehler, die Unternehmen bei der Kostenplanung einer App machen.

Als Programmier-Dienstleister kommen Unternehmen in jeder Phase der Entwicklung zu uns. Häufig identifizieren wir die bestehenden Probleme – und noch ausstehende – in kurzer Zeit. Bei der App Programmierung handelt es sich, trotz der bestehenden Komplexität, um eine Methodik bei der es (aus handwerklicher Sicht) einzig und allein um Erfahrung geht. Eine gute Vorbereitung mit Unterstützung durch ein erfahrenes Unternehmen ist daher heutzutage unerlässlich.

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